WIRTSCHAFT 1948.

WIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG:

Eine Wirtschaftsgeschichte des letzten Jahrzehnts. 

Universität Bern, Dezember 1948.

Die Widrigkeiten des Krieges sind endlich vorbei. 

Während des Krieges war unser Land neutral. Das war aber schwierig, weil Deutschland und seine verbündeten (Österreich, Italien u. Frankreich) unser Land umgaben. Importe und Exporte zu Handelspartnern waren vollständig unter deutscher Kontrolle. Man musste wählen, ob man die Handels- und Finanzbeziehungen mit den Faschisten pflegte oder den Krieg kapitulierte. Unser Land blieb stark und unabhängig, aber nicht ohne Schwierigkeiten. Kriegsrationierung fing 1939 an mit einer Rationierung von Reis, Zucker, Mehl, Hafer, Gerste u. Speiseöl. Rohes Material (Kautschuk, Metall, Kohle u. alle Brennstoffe) wurden importiert und streng kontrolliert.

Mit dem Ende des Krieges wuchs die Wirtschaft wieder auf. Sie wuchs sehr schnell auf, weil nichts während des Krieges zerstört wurden. Schweizer Maschinen wurden durchaus gebraucht, Europa wiederaufzubauen. Viele Industriellen, die diese Maschinen besaß, wurden über Nacht durch ihr Kapital im Ausland reich. Viele Bankiers wurden auch sehr reich wegen des diskreten und stabilen Bankensystems unseres Landes.

Die Schweiz wurde ein Land mit wachsenden Exporten. Schweizer Maschinen und Metallen, Chemikalien und Textilien wurden die wichtigsten Wirtschaftssektoren. Aber am wichtigsten und berühmtesten war die Uhrenindustrie. Patek Philippe (Genf), Vacheron Constantin (Genf) und Audemars Piguet (Le Brassus): diese drei weltberühmten Uhrenhersteller waren ein großer Teil von dem Nachkriegswirtschaftswachstum.

Bitte beachten Sie, dass keine Daten aus den Kriegsjahren dargestellt wurden.

Die hohe Lebensqualität unseres Landes und die neuen Routen von Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zogen Immigranten, die Arbeit suchten, und Touristen an. Heute ist Tourismus höher als je zuvor, und die vielen Immigranten aus Ländern wie Italien und Spanien sind ein großes Teil von der Erwerbsbevölkerung geworden. Trotz allem gab es noch die Kriegsrationierung. 

Am 1. Juli, neun Jahren nach dem Anfang der Rationierung und drei Jahren nach Kriegsende, wurde die Kriegsrationierung endlich beendet. Jetzt sind die Schatten von der Kriegszeit vorbei. 


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„KEINE TODESFÄLLE MEHR!“:

Opportunitätskosten für SBB und was das heißt für Zugfahrer.

Bern, Dezember 1948.                                                         

Nach dem Tod von einem Polizisten aus Bern, der „Tschanz“ hieß, auf einer Bahnstrecke zwischen Ligerz und Twann bekam die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) Kritik wegen des Mangels an adäquaten Warnsystemen. Durch Nacht und Wind protestierten viele außerhalb des Firmensitzes in Bern mit „Keine Todesfälle mehr!“ „Genug ist genug!“ usw. 

Aber dieser neue fatale Unfall entgleiste die SBB.

Dieses Jahr hoffte die SBB, alle Uhren in Bahnhöfen mit den neuen „Schweizer Bahnhofsuhren,” die zentral gesteuert sind, zu ersetzen. Dieser Plan hätte 30 Millionen Franken gekostet, aber mit der neuen Kritik muss der Ersatz von Uhren warten. Ein neuer Plan für Bahnübergänge mit Vollschranke kostet mehr als 70 Millionen Franken–vielleicht 90 Millionen Franken. 

Aber woher kommt das zusätzliche Geld? Die SBB sagt, dass man einen Anstieg der Tickets und Tarife erwarten soll. Aber das heißt nicht nur einen Anstieg der Tickets. Die SBB ist auch eine Güterbahn für Industrie. Transportkosten von Gütern, rohes Material, Essen, Post und auch Öl werden ansteigen. Das heißt, bald wird die Schweiz eine Inflation und einen Anstieg des Preisniveaus erleben. 



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TWANN: 

Das schweizerische Bordeaux?

Twann, Dezember 1948.  

In den Feldern mit Blick auf den Bielersee findet man einen Friedhof von Weinreben. Die Weinbergspaliere sind wie Grabsteine. In ein paar Monaten wird diese graue Szene ein schönes, grünes Bild werden. Noch ein paar Monaten? Dann kommen die farbigen Weintrauben und die Touristen. 

Man muss fragen, "Kennst du das Land?"

Dieser Zyklus ist der Alltag in berühmten Weinregionen wie Bordeaux, Barolo und auch in der aufstrebenden Region von Sonoma-Napa in Amerika. Viele Twanner haben solchen Zyklus übergenommen, damit sie Wein machen können. Und warum nicht? Das Wetter am Bielersee ist für Weinanbau perfekt; die Erde ist fruchtbar; die Region ist schön. 

Vor Kurzem gab es einen Anstieg vom Weinverkauf. Es gibt nicht so viele ausländische Exporte, aber Inlandsverkäufe von Twanner Wein ist 80 Prozent höher als im letzten Jahr. Hauptimporteure von Twanner Wein stammen aus Bern, Luzern und Zürich. Es wurde gesagt, dass Twann bald das „schweizerische Bordeaux“ werden wird. 

Comments

  1. Ich bin wütend, dass eine Person so viel von unserer Wirtschaft halten kann. Ich bin besorgt, dass mein Unternehmen durch so kleine Vorfälle Geld verlieren könnte.

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  2. Ich kenne die Stadt Twann nicht, aber jetzt möchte ich nach Twann fahren! Die Landschaft sieht so schön aus. Das ist der perfekte Ort, um Wein zu genießen.

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  3. Ich bin glücklich zu hören, dass die schweizerische Wirtschaft jeden Tag verbessert. Aber ich bin enttäuscht, dass die schweizerische Geschäftsmänner, eher als die Regierung, half Europa dabei, das Leben wieder aufzubauen. Wir sollten ermutigen öffentliche Investitionen, nicht privat.

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